Koloss im Orbit


In der EXODUS 32 ist meine Story Koloss im Orbit enthalten. 




EXODUS ist ein SF-Magazin mit einem ausgeprägten Grafik-Teil. Es erscheint ca. zweimal im Jahr und wird von Heinz Wipperfürth, René Moreau und Olaf Kemmler herausgegeben.

Rezensionen:

SF-Dinosaurier

Andromeda Nachrichten 250

Hier eine kleine Leseprobe aus meiner Story:


Koloss im Orbit

Das Leben ist beschissen. Als vor fast zehn Jahren dieses Ding auftauchte, war es mit ihrer Karriere steil bergauf gegangen. Sie berichtete aus allen Teilen der Welt über den Koloss, wie sie es nannten. Das Ding war einfach aus dem Nichts aus Richtung Sonne aufgetaucht. Zunächst nahm man an, dass ein Teil des halbjährlichen Mülltransportes zur Sonne aus der Bahn geraten und durch ein Swing-by-Manöver auf einen Rückkehrkurs zur Erde katapultiert worden war. Doch die Bahnanalysen ließen den beunruhigenden Schluss zu, dass dieses Ding bewusst einen Orbit um die Erde eingenommen hatte.
Sie - Dysti Adams - hatte damals eben erst ihre bahnbrechende Operation hinter sich gebracht. Dadurch war sie geradezu prädestiniert dafür gewesen, die Berichterstattung über den Koloss aus allen Teilen der Welt zu übernehmen. Mit ihrer kühlen überlegenen Art und Weise der Reportage hatte sie maßgeblich dazu beigetragen, eine weltweite Massenpanik zu verhindern. Denn natürlich ging man zunächst von einer Invasion einer außerirdischen Rasse aus. Aber der Überfluss an Informationen, der nun durch ihr Gehirn raste und den sie in Sekundenschnelle verarbeiten konnte, versetzte sie in die Lage, den Menschen einen Eindruck von Normalität zu vermitteln. Und so, wie es bei großen Katastrophen in der Welt schon immer der Fall gewesen war, nahm die Menschheit den Koloss im Laufe der Zeit als etwas Natürliches war. Das Interesse an ihm flaute ab, wie es auch vor Jahrzehnten nach dem Tschernobyl-GAU, der Fukushima-Katastrophe, dem Untergang Kaliforniens durch das Superbeben im San-Andreas-Graben der Fall gewesen war. Auch all dies wurde nach gewisser Zeit von den Menschen einfach als gegeben hingenommen.
Doch damit hatte sie sich selbst ins Aus geschossen, denn sie wurde überflüssig. Die Sender nahmen ihre Reportagen aus dem Programm. Niemand zeigte mehr größeres Interesse an dem Koloss im Orbit. Dysti fühlte sich gekränkt und gab an den falschen Stellen die falschen verbitterten Kommentare ab. Somit war es mit ihrer Karriere schneller vorbei, als sie es sich je gedacht hatte.
Das Leben war eben beschissen. Seufzend schloss sie die Augen.

Das Meer rauschte und wogte sanft an den weißen Sandstrand. Der Blick auf die azurblauen Wellen, den endlosen Horizont erfüllte sie mit Zufriedenheit. Ihr makelloser Körper schwang leicht mit der Hängematte zwischen den Palmen hin und her. Ihre sonnengebräunte Haut glänzte im Abendlicht über ihren sportlich dezenten Muskeln. Das lange rote Haar floss an der Seite herab wie ein exotischer Wasserfall. Bald würde die Sonne hinter dem Horizont versinken und das Firmament in die Farbenpracht ihres Haars tauchen. Sie seufzte erfüllt.
Der Himmel über dem Meer begann zu flimmern. Ein Strudel sog das Meerwasser nach oben. Es war ein gewaltiger blauer Tornado. Der Boden vibrierte. Entsetzt kippte sie aus der Hängematte, landete unsanft im Sand. Auf allen vieren stierte sie dem Weltuntergang entgegen.
»Nein!«, schrie ihre verzerrte Stimme. Ihr Arm streckte sich aus, konnte den herannahenden Wirbel nicht stoppen, wurde hineingesaugt, wie ein Gummiband. Ihr Körper folgte, flog durch die Luft. Dann begann sich die Welt zu drehen, zu wirbeln. Es wurde schwarz. Sie hustete und riss die Elektroden von ihren Schläfen und der Stirn. Wenn der Chip nicht deaktiviert wäre, bräuchte sie dieses Kabelgewirr nicht. Ihre Augen versagten noch den Dienst. Doch ihr Hörsinn reagierte schon. »Dysti Adams?«
Sie nahm dunkles Grau wahr und dann allmählich helle Flecken. »Verdammte Scheiße!«
Sie riss sich die Kontakte von den Handgelenken. Der Sehsinn setzte ein und der Kopfschmerz. Ihr hochfahrender Sehnerv registrierte zwei Männer. Dunkelblaue metallisch glänzende Anzüge. Sie wirkten in dem grauen schmutzigen Raum deplatziert. Eine Leuchtreklame draußen am Fenster tauchte in regelmäßigen Intervallen die fleckigen Wände abwechselnd in lila und grünes Licht. Auf dem Boden lag Kleidung verstreut. Das Frühstücksgeschirr der letzten Tage zierte den Tisch. Dazwischen Monitore, Tastaturen, Kabel, Papierstapel.


»Sie sind doch die Journalistin Dysti Adams?«
...

Wer wissen will, wie es weiter geht, kann das Magazin hier bestellen. Ich würde mich freuen.


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